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  • mattia

016 - Wyoming

Die Schweiz hätte in Wyoming sechs Mal Platz, trotzdem leben im gesamten Bundesstaat gerademal rund eine halbe Million Menschen. Genauso leer, wie man es sich vorstellt, ist es auch.


Im Gegensatz zum abwechslungsreichen Colorado sehen so die ersten 624km quer durch Wyoming praktisch identisch aus. Grüne Wiesen bis an den Horizont, Ortschaften, auf deren Gemeindenamens-Schild stolz 'Population 57' steht und dazwischen tausende Kühe mit Kälbern.


(Nein, das ist keine wyomingsche Kuh, aber ein tolle Titelbild , oder?)


Im unspektakulären 'Lander' halten wir zum ersten Mal und können neben dem Football-Feld gratis und legal übernachten. Wir kaufen für die nächsten Tage ein, kontrollieren den Reifendructk und füllen überall etwas Luft nach.

Den zweiten Schlafplatz namens 'Whiskey Basin Lake' suchen wir etwas sehr naiv aus unserem App 'iOverlander' raus. Vom geteerten Highway müssen wir ganze 5 Meilen über einen sehr schlechte Schotterpiste zu einem kleinen See fahren. Dort haben wir zwar eine sehr schöne Aussicht auf die Grand Tetons, weil es jedoch so weit ab vom Schuss ist und wir die einzigen weit und breit sind, ist es uns nicht 100-prozentig wohl.




Am Morgen lege ich das Solar-Panel mit der Powerbank anstatt wie normalerweise auf den Campingstuhl auf die Heckstange von Henry. Dabei sehe ich, dass wir eine Radabdeckung hinten verloren haben. Na toll, super den Reifendruck kontrolliert, Mattia. Beide mega frustriert, fahren wir bald los und ich vergesse promt das Solar-Panel. Erst kurz bevor wir wieder auf dem Highway sind, kommt es mir in den Sinn und wir müssen nochmals 3 Meilen auf der Schotterstrasse zurück. Catherine sieht die Powerbank, die mitten auf der Steinstrasse liegt, ich steige aus um sie zu holen und sehe dann, dass das Solar-Panel noch über die Heck-Stange lampt. Zum Glück funktioniert noch beides und so fahren wir erneut 3 Meilen in die andere Richtung, um wieder auf die normale Strasse zu gelangen. Was für ein besch** Start in den Tag.

Nach rund 2 Stunden Fahrt erreichen wir den Grand Teton National Park, eines der beiden Highlights in Wyoming.




Bei strahlendem Sonnenschein präsentieren sich die spitzigen Berge und sorgen so für deutlich bessere Laune. Auf dem Signal Mountain CG finden wir einen gemütlichen Platz im dichten Wald und geniessen das WiFi im Café, während wir auf die Waschmaschine warten.







Waschen on the road geht übrigens erstaunlich leicht. Fast in jeder Coin-Laundry arbeiten sehr nette Damen, ein Waschvorgang dauert nie mehr als 30 Minuten und die Tumbler sind riesig und etwa 3x so schnell wie in der Schweiz.

Auch am zweiten Tag ist das Wetter blendend, darum machen wir nach einem kurzen Halt im Visitor Center inkl. Info-Film über Wölfe einen Spaziergang zum Jenny Lake. Da wir fast alleine unterwegs sind, schauen wir ganz konzentriert in den Wald, um ja keinen Bären zu erschrecken. Nach dem Bestaunen des mega-schönen Sees erschickt Cathy dann aber selbst, jedoch nicht ab einem Bären sondern ab einem Bieber, der vor ihr durchrennt.

Tag 80 führt uns weiter in den Norden und vom Grand Teton NP wechseln wir in den direkt angrenzenden Yellowstone National Park. Auch dieser Park war seit dem Beginn unserer Reise auf der To-See Liste. Der älteste National Park der Welt ist flächemässig grösser als die Kantone Bern, Solothurn und Jura zusammen und bietet deshalb unglaublich viel.

Einer der ersten Stops ist beim 'Old Faithful', um den das riesige Visitor Center, das gleichnamige 'Inn' und noch ein paar andere Gastro-Betriebe gebaut wurden. Während wir mit 1000 anderen Schaulustigen auf die Fontäne warten, erfahren wir durchs Mitlauschen bei unseren Nachbarn, was uns überhaupt erwartet. Der Geysir spukt etwa alle 90 Minuten eine 30 Meter hohe Wassersäule aus und das Ganze dauert je nach Lust und Laune zwischen 15 Sekunden und 5 Minuten. Aha. Als es nach etwa einer halben Stunde so weit ist, finden es einige andere scheinbar nicht so cool wie wir. Sichtlich enttäuscht zotteln sie schon nach kurzer Zeit und ein paar Fotos wieder los, Special-Effects im Kino sind halt doch spektakulärer. Wir finden es lustig.







In den Tagen danach halten wir immer wieder an den unbewachsenen Flecken Erde, wo blubbernde Schlammlöcher, stinkende heisse Quellen und dampfende Geysire für Naturspektakel erster Klasse sorgen. Wir begenen den sehr imposanten Bisons, die manchmal vor unserer Nase über die Strasse stampfen, können kaum fassen, wie schön die Grand Prismatic Springs sind, geraten in den schlimmsten Hagelsturm ever, sichten vier weitere Braunbären und drei Grizzlys durch ein Svarowksi Fernglas und erleben noch viel viel mehr. Wir verbringen insgesamt sieben Tage hier und haben danach fast jede per Auto erreichbare Sehenswürdigkeit abgehakt. Auch wenn der Park an einigen Orten von Touristen überschwemmt ist, erfüllt er für uns alles, was wir erwartet haben.









Da unser letzter Campingspot im Yellowstone gleich an der Parkgrenze liegt, brauchen wir nur den Hügel runterzurollen bevor wir über den gleichnamigen Yellowstone River nach Montana gelangen. 

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